Es kommt nicht oft vor, dass ein Setting so perfekt zusammenpasst. Wir, die Grünen Kahl, sind nach München gereist, um am jährlichen feministischen Kongress der Grünen Bayern teilzunehmen.
Kaum ein Ort hätte dafür passender sein können – eine lebendige Stadt, die politische Diskussion, gesellschaftliches Engagement und kulturelle Vielfalt vereint. München wird von einem grünen Oberbürgermeister, Dominik Krause, sowie von Mona Fuchs (Bündnis 90/Die Grünen) als zweiter Bürgermeisterin mitgestaltet.
Mit dabei waren unter anderem Mona Fuchs, Theresa Eberlein (Stadträtin in Regensburg und Sprecherin für Frauen- und Vielfaltspolitik), Daniela Groß (erste grüne Landrätin in Bayern und derzeit die einzige im Freistaat), Jamila Schäfer (Bundestagsfraktion), Eva Lettenbauer (Landtagsfraktion) sowie Marina Weisband. Sie berichteten aus ihren eigenen Erfahrungen und zeigten auf, wo weiterhin Potenzial besteht, um das Leben von Frauen gerechter zu gestalten. Deutlich wurde: Frauen werden auf vielen Ebenen noch immer unterschätzt, schlechter behandelt und schlechter bezahlt.
Auch die Rolle von Wut wurde thematisiert – insbesondere eine Wut ohne klare Ursache, die gezielt genutzt wird, um kleinen Gruppen die Schuld zuzuweisen. Diese Strategie ist nicht neu: Einfache Themen werden genutzt, um Aufmerksamkeit zu binden, während gleichzeitig gespalten und von wichtigen gesellschaftlichen Fragen abgelenkt wird. Umso wichtiger ist es, demokratische Werte aktiv zu verteidigen. Dabei sollte nicht entscheidend sein, unter welcher „Flagge“ man steht – sondern dass man auf der demokratischen Seite ist.
Kaum eine Partei passt besser zu diesem Kongress als Bündnis 90/Die Grünen – mit einem Frauenanteil von rund 62 % unter den Bundestagsabgeordneten. Daniela Groß berichtete eindrucksvoll, dass es ihrem Landkreis Landsberg am Lech nicht gut ging und sie etwas verändern wollte. Die Grünen erschienen ihr als richtige politische Heimat, weil sie sich dort als Frau gut vertreten fühlte – ein Vertrauen, das sich ausgezahlt hat.
Nach einem inspirierenden Vormittag ging es am Nachmittag in verschiedene Workshops:
- Melanie Müller (Beisitzerin im OV Kahl) besuchte den Workshop „Jenseits von Networking – Warum wir Netzwerke solidarisch denken und gestalten müssen“ bei Dr. Nina Reggi.
- Manuela Schmidlin (Ortsvorsitzende und Sprecherin des OV Kahl) nahm am Workshop „Emotionales Storytelling: Wie wir rechten Narrativen wie Antifeminismus etwas entgegensetzen“ bei Max Retzger teil.
- Uli Hug (Gemeinderätin in Kahl am Main) besuchte den Workshop „Mehr als Einzelfälle: Sexismus als strukturelle Diskriminierung“ bei Julia Cholewa.
Mit vielen neuen Impulsen und Ideen sind wir schließlich nach Kahl zurückgekehrt – und möchten diese gern mit euch teilen. Sprecht uns einfach an, wenn euch ein Thema besonders interessiert, oder kommt zu unserem nächsten OV-Treffen. Dort können wir uns gerne weiter austauschen.
Viele Grüße
Uli, Manuela und Melanie